Fluktuationsrate im Unternehmen senken

Mitarbeiter kommen neu ins Unternehmen und verlassen den Betrieb nach einiger Zeit aus unterschiedlichen Gründen wieder. Dieser Prozess wird auch als Mitarbeiterfluktuation bezeichnet. Für Unternehmen ist dies eine gängige Praxis. Doch ist die Mitarbeiterfluktuation zu hoch, entstehen erhebliche Verluste. Die Unternehmen müssen nun neue Mitarbeiter gewinnen und einarbeiten. Das kostet Zeit und Geld. Fluktuation ist daher einer der größten Risikofaktoren eines Betriebes. Besonders hart trifft Unternehmen die Frühfluktuation. Darunter fallen alle Mitarbeiter, die den Betrieb bereits in den ersten zwölf Monaten wieder verlassen.

Mit Hilfe der Fluktuationsrate können Sie Veränderungen im Personalbestand abbilden. Diese Personalkennzahl misst, wie viele Mitarbeiter prozentual das Unternehmen in einer bestimmten Periode verlassen. Um Auffälligkeiten aufzudecken, können Sie diese auch für einzelne Abteilungen zu berechnen. Gründe für eine hohe Fluktuationsrate können zum Beispiel ein schlechtes Betriebsklima, ein geringes Gehalt, mangelnde Wertschätzung oder fehlende Entwicklungsmöglichkeiten sein. Indem Führungskräfte den Ursachen auf den Grund gehen, können sie mit verschiedenen Maßnahmen aktiv dagegen wirken.


Verschiedene Arten von Mitarbeiterfluktuation

Zunächst können Sie in Ihrem Unternehmen drei verschiedene Arten von Fluktuation unterscheiden:

  • natürliche Fluktuation: Mitarbeiter scheiden aufgrund eines Todesfalls aus oder gehen in den Ruhestand
  • unternehmensinterne Fluktuation: Mitarbeiter wechseln innerhalb des Unternehmens die Stelle
  • unternehmensfremde Fluktuation: Mitarbeiter kündigen und wechseln in der Regel zu einem anderen Arbeitgeber

Fluktuationsrate berechnen

Um Missstände aufdecken und beseitigen zu können, ist es sinnvoll, die Fluktuationsrate zu kennen. Sie können diese für einzelne Abteilungen berechnen oder für das gesamte Unternehmen berechnen. Als generelle Formel dafür gilt:

Anzahl der Mitarbeiterabgänge / durchschnittliche Mitarbeiterzahl* 100

Zur Berechnung stehen jedoch verschiedene Varianten zur Verfügung. Die bekanntesten sind die BDA- und die Schlüter-Formel. Sie bedienen sich unterschiedlicher Bezugsgrößen und führen daher auch zu abweichenden Ergebnissen. Um belastbare Vergleichswerte zu erhalten, sollten Sie daher immer die gleiche Formel nutzen.

Berechnung der Mitarbeiterfluktuation mit der BDA Formel (+ Grafik)

Für die Berechnung können sie generell einen beliebigen Zeitraum wählen – angefangen bei einer monatlichen Bewertung der Fluktuationsrate bis zu einer jährlichen Berechnung.
Folgende Werte müssen Sie für die Berechnung kennen:
Personalbestand zu Beginn der Periode
durchschnittlicher Personalbestand der Periode. Dieser berechnet sich folgendermaßen: Personalbestand zu Beginn der Periode + Personalbestand zum Ende der Periode / 2
Zahl der Abgänge in der Periode (freiwillige Abgänge)
Zahl der Zugänge in der Periode
Die BDA-Formel setzt nun auf klassische Weise die Abgänge ins Verhältnis zum durchschnittlichen Personalbestand:
Fluktuationsrate = freiwillige Abgänge / durchschnittlicher
Personalbestand der Periode* 100


Berechnung der Mitarbeiterfluktuation mit der Schlüter-Formel (+ Grafik)

Statt des durchschnittlichen Personalbestands nutzt die Schlüter-Formel den Personalbestand zu Beginn der Periode zuzüglich der Zugänge. Sie berücksichtigt dabei, dass es sich beim Personalbestand um eine Stichtagsgröße handelt. Die Personalabgänge stellen eine Zeitraumgröße dar.
Fluktuationsrate = Abgänge / (Personalbestand Anfang Periode + Zugänge) * 100


So können Unternehmen die Mitarbeiterfluktuation senken

Es gibt verschiedene Gründe, wieso Arbeitnehmer ein Unternehmen verlassen. Vor allem für jüngere Generationen kann ein Jobwechsel eine neue berufliche Herausforderung und eine Chance auf Weiterentwicklung bedeuten. Ergänzend zur Fluktuationsrate sollten Sie daher Personalaustrittsgespräche führen, um mehr über die Gründe herauszufinden.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Möglichkeiten, Mitarbeiter positiv zu beeinflussen und die Fluktuationsrate zu senken:

Mitarbeitermotivation

Um Abgänge in Ihrem Unternehmen zu reduzieren, müssen Sie als Führungskraft dafür sorgen, dass Ihre Mitarbeiter sich am Arbeitsplatz wohlfühlen. Betreten Arbeitnehmer schon morgens mit mieser Laune das Büro, wird das nicht lange gut gehen. Versuchen Sie daher, die Motivation Ihrer Mitarbeiter zu erhöhen.
Wer nun an eine Gehaltserhöhung oder einen Bonus denkt, liegt falsch. Denn Studien wie der Gallup Engagement Index zeigen: Die meisten Arbeitnehmer wünschen sich vor allem eine gute Führung und Wertschätzung für Ihre Arbeit. Bleibt dies aus, ist das oftmals ein Grund zur Kündigung.


Nehmen Sie sich deshalb als Führungskraft Zeit für die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter und suchen Sie den regelmäßigen Austausch. Mitarbeiter, die sich von ihren Vorgesetzten ernst genommen fühlen, sind zufriedener und motivierter. Das ist auch für Ihren Unternehmenserfolg entscheidend.

Betriebliche Gesundheitsförderung

Auch Gesundheits- und Präventionsangebote im Betrieb können dazu beitragen, die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu erhöhen. Indem Mitarbeiter mehr über eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil lernen und sich ausreichend bewegen, können sie vielen Krankheiten und Beschwerden vorbeugen. Sie bleiben daher länger leistungsfähig. Doch auch das mentale Wohlbefinden rückt zunehmend in den Fokus: Schulungen zu Achtsamkeit, Entspannung und Stressabbau helfen, auch belastende Situationen besser zu meistern. Zudem sollte Betriebliche Gesundheitsförderung auch die individuellen Anforderungen am Arbeitsplatz berücksichtigen.

Zu einem wirksamen BGF zählen auch gemeinsame sportliche Aktivitäten und Events. Diese stärken den Zusammenhalt im Team und sorgen für ein kollegiales Betriebsklima. Darüber hinaus sind gesündere Mitarbeiter motivierter, denn sie fühlen sich von ihrem Arbeitgeber wertgeschätzt.

Mitarbeiterbenefits

Ihre Wertschätzung zeigen Sie als Unternehmen auch, indem Sie Ihre Angestellten mit Benefits belohnen. Dabei müssen Sie sich nicht auf finanzielle Anreize beschränken. Neben BGF-Angeboten verbessern auch flexible Arbeitszeiten, die Option auf Homeoffice oder ein Sabbatical die Work-Life-Balance. Mitarbeiter schätzen diese Angebote oftmals mehr als eine Gehaltserhöhung.

Entscheidend ist, die Benefits stets passend zu den unterschiedlichen Zielgruppen auszuwählen. Mitarbeiter mit Familie freuen sich beispielsweise über einen Zuschuss zur Kinderbetreuung oder weitere Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Pendlern können Sie hingegen mit einem Jobticket eine Freude bereiten. Weitere Beispiele für Benefits sind gesunde Snacks am Arbeitsplatz, Zuschüsse zur Verpflegung, Firmenfahrräder oder Mitarbeiterevents.

Zusammenfassung

Fluktuation bedeutet für Unternehmen ein hohes Risiko. Verlassen Mitarbeiter schon nach kurzer Zeit den Betrieb, führt das zu hohen Kosten. Führungskräfte müssen deshalb aktiv daran arbeiten, die Motivation ihrer Mitarbeiter zu steigern. Ein wirksamer Ansatz hierfür ist die Betriebliche Gesundheitsförderung. Angebote rund um Gesundheit und Prävention beugen nicht nur Krankheiten vor, sondern erhöhen auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter.

Die Topfit.App ist eine digitale Plattform, mit der Sie all Ihre Angebote rund um Betriebliche Gesundheitsförderung bündeln und bewerben können. Mitarbeiter finden hier alle Termine auf einen Blick. Dank der Topfit.App können Sie außerdem Arbeitnehmer an anderen Standorten sowie im Homeoffice für Ihre Angebote begeistern. Ob in der Bahn, im Urlaub oder zu Hause – Mitarbeiter können von jedem Ort aus auf die digitalen Inhalte zugreifen und so ihre Gesundheit dauerhaft stärken.